Auffinden des besten Verteidigers

Möglicherweise ist Ihnen der Warren Buffet zugeschriebene Ausspruch, man solle nicht seinen Friseur fragen, ob man einen Haarschnitt brauche, bekannt.

Bezüglich der Frage, wen ich für den besten Verteidiger im Sexualstrafrecht, speziell in einem Verfahren wegen des Verdachtes der Verbreitung, des Erwerbs oder des Besitzes kinderpornografischer oder jugendpornografischer Schriften, halte, oder welches brauchbare Kriterien zur Auswahl eines solchen Verteidigers sind, scheine ich mich in einem hochgradigen Interessenkonflikt zu befinden:
Einerseits wollen Sie objektiven Rat zur Suche geeigneter, andererseits hätte ich den Beruf verfehlt, wenn ich die Auswahlkriterien so bestimmte, dass nicht zumindest auch meine Person in den kleinen Kreis der besonders geeigneten oder auch „besten“ Verteidiger für 184b/c-Verfahren fällt.
Indessen ist es mir aus Zeitgründen schon nicht möglich, alle an mich herangetragenen Verteidigungen zu übernehmen, da ich keine anwaltlichen Mitarbeiter habe, denen ich die Fallbearbeitung delegiere. Ich bearbeite jeden Fall vollständig selbst, einer der Voraussetzungen für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Mandant und Verteidiger:

Mindestvoraussetzungen: Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Ihr Verteidiger muss natürlich Rechtsanwalt oder Rechtslehrer an einer deutschen Hochschule sein, so steht es in § 138 der Strafprozessordnung.

Die Rechtsanwaltskammern vergeben den Titel „Fachanwalt für Strafrecht“, wenn der diesen Titel beantragende Rechtsanwalt innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung im Strafrecht 60 Fälle, dabei 40 Hauptverhandlungstage vor dem Schöffengericht oder einem übergeordneten Gericht, persönlich und weisungsfrei bearbeitet hat und drei schriftliche Prüfungen erfolgreich durchlaufen hat.


Geraten Sie an eine der  Kanzleien, die einen Fachanwalt für Strafrecht beschäftigen und auch als „Fachanwaltskanzlei für Strafrecht“ werben, der Sachbearbeiter Ihres Falles aber gar kein Fachanwalt für Strafrecht ist, kündigen Sie und suchen Sie einen Fachanwalt, der nicht nur als Grüße-August dient, sondern Sie auch verteidigt. Sie sind schließlich nicht das Versuchskaninchen angehender Fachanwälte.

"Spezialist im Sexualstrafrecht", "Experte für Sexualdelikte"

Während der Fachanwaltsbegriff durch die Fachanwaltsordnung geschützt ist, sind es Begriffe wie „Spezialist im Sexualstrafrecht“ oder „Experte für Sexualdelikte“ nicht. So kann sich letztlich jeder Anwalt nennen, auch wenn er bislang nur in Verkehrsunfall- und Erbangelegenheiten tätig war.

Sie können die Behauptung von Spezialisten- oder Expertentum aber wenigstens ansatzweise auf ihre Plausibilität hin überprüfen, indem sie die Internetseiten des Experten überprüfen: Stellen Sie dabei fest, dass er selbst nicht nur Verteidigungen im Sexualstrafrecht bewirbt, sondern auch noch im Betäubungsmittelstrafrecht, Arztstrafrecht, Insolvenzstrafrecht, Steuerstrafrecht, Umweltstrafrecht, Zollstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, dazu noch als Nebenkläger und Opfervertreter tätig ist, können Sie ihm in dem Maße vertrauen wie einem Arzt, der spezialisiert ist auf Herztransplantationen, Orthopädie, Frauenheilkunde, Anästhesie, Urologie, Dermatologie und Radiologie. Er macht alles und nichts tiefgründig. 

Alle mir bekannten Staatsanwaltschaften unterhalten ein Sonderderzenat "Sexualstrafrecht", viele unterteilen sogar dieses Derzernat wiederum in einzelne Deliktsbereiche des Sexualstrafrechts. Zudem gibt es Schwerpunktstaatsanwaltschaften - die "Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT)" der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die "Zentralstelle Cybercrime Bayern" der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg -, die sich ausschließlich mit via Internet begangenen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, also Strafverfahren wegen §§ 184b, 184c, 184d StGB, befassen.

Die in den Sexualderzernaten beschäftigen Staatsanwälte bearbeiten tagein tagaus ausschließlich Sexualdelikte, sind also tatsächliche Experten - aus Sicht des Beschuldigten nur auf der anderen Seite.

Wer als Beschuldigter Waffengleichheit herstellen will, mandatiert also auch einen Strafverteidiger, der ebenso spezialsiert ist wie sein Antagonist der Staatsanwaltschaft.


Ich habe mich in der von mir gegründeten Kanzlei ausschließlich auf das Sexualstrafrecht spezialisiert, meine Kollegen vertreten auch andere Rechtsgebiete. Lesen Sie nach: www.die-strafverteidiger-frankfurt.de.

Vertrauensverhältnis zwischen Mandanten und Verteidiger

Strafverfahren, die den Vorwurf einer Sexualstraftat zum Gegenstand haben, sind in vielerlei Hinsicht bestimmend für das weitere Schicksal des Beschuldigten, des Angeschuldigten, des Angeklagten. Strafprozess ist kein Gute-Laune-Singen.
Als Betroffener dürfen Sie daher für Ihren Verteidiger nicht bloß ein Aktenzeichen, eine Nummer, ein „Fall“, eben einer von ganz Vielen sein, den er erst nach eineinhalb Wochen zurückruft, falls es ihm dann gerade passt, den er mit diktierten und von der Sekretärin verschrifteten e-mails abspeist, in denen er den Mangel an fundiertem strafprozessualem Wissen und detaillierter Kenntnis der Person des Mandanten und dessen Verfahrens durch inhaltslose juristendeutsche Standardfloskeln ersetzt.
Es ist auch selbstverständlich, dass der Mandant die Mobilnummer seines Verteidigers – und zwar dessen eigene und nicht die seiner Kanzlei – erhält, aber auch genauso selbstverständlich, dass der Mandant diese nur für tatsächlich dringende Angelegenheiten, die keinen Aufschub dulden, verwendet und sich ansonsten per e-mail oder über die Kanzleirufnummer meldet, worauf ihm binnen Stunden und nicht binnen Tagen geantwortet wird.  

Die Vereinbarung von „Pauschalen“ statt eines zeitaufwandbezogenen Honorars

Nehmen Sie einmal an, es gäbe keine Krankenkassen, Sie müssten Ihre Arztrechnung selbst zahlen. Sie suchen wegen eines äußerst schmerzhaften Stechens in der Brust ärztliche Hilfe.

Der erste Arzt teilt Ihnen mit, Untersuchung, Diagnose und Therapie kosten insgesamt pauschal 3.000 Euro.

Der zweite Arzt erklärt Ihnen, dass er Sie zunächst untersuchen müsse, was je nach genauem Aufwand zwischen 250 und 350 Euro koste, falls er nichts Krankhaftes fände, hätte es damit sein Bewenden. Fände er indessen etwas Krankhaftes, führe er die Untersuchungsergebnisse zu einer Diagnose zusammen, was – wiederum aufwandsbezogen – 200 und 300 Euro koste. Stellt sich heraus, dass Sie durch kalte Wickel therapiert werden können, die der Arzt in einem Therapieplan zusammenfasst, zahlen Sie dafür nochmal 150 Euro. Stellt sich allerdings heraus, dass Sie ohne Bypass-Operation erstens nicht mehr ohne Schmerzen und zweitens nicht mehr lange leben, veranschlagt der Arzt für diese komplizierte Operation ein aufwandsbedingtes Honorar von 7.000,-.

 

Beim ersten Arzt zahlen Sie also immer 3.000, egal ob die Sache mit kalten Wickeln erledigt wäre oder es einer komplizierten Bypass-Operatuon bedarf. B

eim zweiten zahlen Sie zwischen 600 und 800 für kalte Wickel, und zwischen 7.450 und 7.650 für die Bypass-Operation.

Die ebenso entscheidende wie rhetorische Frage lautet: Glauben Sie ernsthaft, der erste Arzt führte bei Ihnen die medizinisch notwendige Bypass-Operation durch, wenn die Pauschale von 3.000 Euro nicht einmal seine Kosten decken?
Er wird Ihnen kalte Wickel verschreiben. Und Sie noch zwei Monate leben.
Ihre Erben verklagen ihn sicher nicht, denn die sind mit der Aufteilung des Erbes befasst.

Beim Pauschalhonorar ziehen Patient und Mandant immer den Kürzeren:

Die Pauschale ist im Bezug auf die tatsächlich erbrachte ärztliche oder anwaltliche Leistung immer überteuert: Entweder weil sie für das notwendig Geleistete überteuert ist („kalte Wickel“ für 3.000 Euro) oder man verweigert Ihnen – von Ihnen als Laien unbemerkt – die notwendige Leistung, um „seinen Schnitt zu machen“: Sie bekommen auch da kalte Wickel, wo eine Bypass-Operation lebensnotwendig wäre.

Besonders linke Zeitgenossen unter den Rechtsanwälten spielen mit Mandanten folgendes Spiel: Zunächst wird eine Pauschale vereinbart von 3.000 Euro. Der Mandant denkt: Da weiß ich, was ich habe, beim Stundensatz kann ja alles mögliche herauskommen. Die Verfahrensakten kommen, der Anwalt stellt fest, dass im Verurteilungsfalle der Verlust des Arbeitsplatzes, Haft usw. drohen. Der Mandant hat die pauschalen 3.000 Euro bereits bezalt. Nun eröffnet ihm sein Anwalt, dass die Sache ja viel komplizierter wäre, als anfänglich gedacht, mit der vereinbarten Pauschale käme man absolut nicht hin, die Geschäftsgrundlage sei quasi entfallen, der Mandant habe ihm ja auch falsch informiert und alles verharmlost, er müsse nun noch - um bei unseren Beispielszahlen zu bleiben - 7.000 Euro nachzahlen, wenn er "richtig" verteidigt werden wolle, "so mit allem drum und dran". Welcher Mandant hat in einer solchen Situation die Nerven, auf der anfänglich vereinbarten Pauschale zu beharren und dafür die beste Verteidigungsleistung von dem Anwalt seines Vetrauens zu verlangen? Übertragen auf unser Beispiel hätte der Patient bei dem zweiten Arzt aufwandsbezogene 7.450 bzw. 7.650 Euro bezahlt für die Bypass-OP, beim ersten, der zunächst die Pauschale vereinbart und dann "nachverhandelt" - entgegen dem Grundsatz pacta sunt servanda -, 3.000 + 7.000 = 10.000 Euro.


Ich rechne daher stundenweise ab, und zwar in einer sehr genauen Fünf-Minuten-Taktung: Datum, genaue Uhrzeit des Beginns und des Endes sowie der detaillierte Inhalt meiner Tätigkeit werden dokumentiert und dem Mandanten schriftlich mitgeteilt.